21. Dezember 2017 in Veranstaltungen

Licht in der jüdischen Spiritualität. Vortrag von Gabriel Strenger

Gabriel Strenger, Lehrer und klinischer Psychologe
Gabriel Strenger, Lehrer und klinischer Psychologe
Art: Vortrag
Datum: Dienstag, 16. Januar 2018
Zeit: 20.00
Ort: Museum Jüdische Betsaal Horb, Fürstabt-Gerbert-Str. 2

Im Rahmen der Ausstellung „Menorah – Licht und Leuchter im jüdischen Leben“ spricht Gabriel Strenger aus Israel über die Bedeutung von Licht in der jüdischen Spiritualität.

In seinem Buch „Jüdische Spiritualität in der Tora und den jüdischen Feiertagen“ schreibt Gabriel Strenger zum Thema:

„Ich verstehe Spiritualität als Hingabe zur Tiefendimension des Seins.
Das biblische Symbol für diesen geistigen Kern der Dinge und insbesondere des Menschen ist das Licht. „Und Gott sprach: ‘Es werde Licht’ – und es ward Licht!“ (Erste Buch Mose 1, 3). Dieses Licht ist mit dem Guten identisch: „Und Gott sah das Licht, dass es gut war.“
Die verschiedenen Aspekte des Guten – wie Wahrheit, Weisheit, Liebe, Gerechtigkeit, Stärke, Langmut und Frieden – erleben wir in unserem diesseitigen Legen zuweilen als widersprüchlich, doch in ihrem göttlichen Ursprung sind sie eins, so wie die vielen Farben im weißen Licht vereint sind. „Der Ewige ist Elohim, der Ewig ist einzig“, lautet das jüdische Glaubensbekenntnis (Fünftes Buch Mose 6, 4). Elohim steht im Plural und bezeichnet den Facettenreichtum der Erscheinung des Göttlichen, während das im Judentum als unaussprechbar geltende und gewöhnlich mit „Ewiger“ übersetzte Tetragramm (JHWH) eigentlich „Sein“ bedeutet. Doch Elohim ist identisch mit dem Sein, und das Sein ist einzig.“

„Je mehr Erkenntnis die Wissenschaft zu Tage befördert, umso mehr begreifen wir die Unendlichkeit des noch zu entdeckenden Wissens. Auf der Anwendungsebene (Technologie, Medizin) macht die Wissenschaft enorme Fortschritte, doch auf existentieller Ebene wird das Mysterium nur größer. Theistische Spiritualität bedeutet, den Kosmos und die persönliche Existenz in Ehrfurcht und Freude als Chiffren des göttlichen Mysteriums zu erleben.“

„Jüdische Spiritualität sowie die Bedeutung der Tora und der Mizwot (Gebote) lassen sich mit dem biblischen Vers zusammenfassen: Ki Ner Mizwa we-Tora Or – „Denn die Mizwa ist die Kerze und die Tora das Licht (Sprüche 6, 23).“ Die Mizwa (das Gebot) ist das Mittel und das Licht der Tora ist der Zweck.“

Gabriel Strenger
ist klinischer Psychologe mit eigener Praxis in Jerusalem, Lehrbeauftragter für Psychotherapie an der Hebräischen Universität, Lehrer für Judentum und Sänger. Im deutschsprachigen Raum hält er regelmäßig Seminare über die hebräische Bibel, die Kabbala und den Chassidismus und ist im interreligiösen Dialog tätig.

Wir danken dem Stuttgarter Lehrhaus, Stiftung für interreligiösen Dialog,
für die großzügige Unterstützung dieser Veranstaltung.

 

 

 

 

Eintritt: frei
Adresse: Fürstabt-Gerbert-Str. 2, 72160 Horb