27. Mai 2018 in Veranstaltungen

Flüchtiges Glück – Befreiung aus Theresienstadt. Ausstellung.

Mutter und Kind, fotografiert von Walter Scheiwiller
Mutter und Kind, fotografiert von Walter Scheiwiller
Art: Ausstellung
Datum: 17. Juni bis 14. Oktober 2018
Zeit: Samstags und sonntags von 14.00 bis 17.00
Ort: Museum Jüdische Betsaal Horb, Fürstabt-Gerbert-Str. 2

Am Nachmittag des 7. Februar 1945, drei Monate vor Ende des Zweiten Weltkriegs in Europa, erreichten zwei Sonderzüge der Schweizer Bundesbahn St. Gallen. Im Zug befanden sich 1200 befreite jüdische Häftlinge aus dem KZ Theresienstadt.

Sie waren nach Verhandlungen des schweizerischen Alt-Bundesrates Jean-Marie Musy mit Heinrich Himmler, dem Reichsführer der SS, freigekauft worden.

Die Befreiten wurden zunächst im Schulhaus „Hadwig“ in St. Gallen untergebracht, das für die Flüchtlinge geräumt worden war. Danach wurden sie in der Schweiz meist in leerstehende Hotels, die zu Flüchtlingslagern umgewandelt worden waren, verteilt.
Das „Hadwig“, die erste Station der Geflohenen in der Schweiz, ist heute eine pädagogische Hochschule. Die Professoren Johannes Gunzenreiner und Dr. Thomas Metzger haben 2015 mit ihren Studentinnen und Studenten die Hintergründe des Befreiungstransports und das weitere Schicksal der Flüchtlinge erforscht und im „Hadwig“ mit einer Ausstellung und begleitenden Materialien vorbildlich dokumentiert.

Die Fotos von Walter Scheiwiller
Ein wichtiger Teil der Ausstellung waren die eindrucksvolle Bilder, die der Schweizer Fotograf Walter Scheiwiller im „Hadwig“ von den befreiten Jüdinnen und Juden nach ihrer Ankunft gemacht hatte. Es sind Bilder von großer Sensibilität und Intensität. Sie werden ebenfalls in Horb gezeigt.

Der Rexinger Synagogenverein hat die Ausstellung der pädagogischen Hochschule St. Gallen für die Räume des Museums Jüdischer Betsaal umgestaltet und durch eigene Forschungen ergänzt. Dabei wurde besonders intensiv das Schicksal von befreiten Häftlingen erforscht, die aus unserer Region stammten.
Fünf Biografien werden in der Ausstellung „Flüchtiges Glück“ gezeigt, darunter auch die Biografie von Pavel Hoffmann, der als fünfjähriges Waisenkind mit dem Transport befreit wurde und heute in Reutlingen lebt.

Zur Eröffnung der Ausstellung
am Sonntag, 17. Juni 2018, 16.00 Uhr, kommen Prof. Johannes Gunzenreiner und Prof. Dr. Thomas Metzger aus St. Gallen und berichten, wie sie die Idee zur Ausstellung mit ihren Studentinnen und Studenten 2015 verwirklicht haben.

 

 

Gäste: Prof. Johannes Gunzenreiner und Prof. Dr. Thomas Metzger kommen zur Eröffnung der Ausstellung.
Eintritt: frei
Adresse: Fürstabt-Gerbert-Str. 2, 72160 Horb
Weitere Informationen: Eröffnung der Ausstellung am Sonntag, 17. Juni um 16.00 Uhr.