05. November 2020 in Veranstaltungen

Im dunklen Grund – aug reicht der erd´ den himmel. Übermalungen eines Buches durch Klaus Olbert.

Eine von Klaus Olbert übermalte Doppelseite
Eine von Klaus Olbert übermalte Doppelseite
Art: Ausstellung
Datum: Zurzeit wegen Corona geschlossen
Zeit: Zurzeit wegen Corona geschlossen
Ort: Museum Jüdischer Betsaal Horb

In einem jahrelangen Prozess hat der Sindelfinger Künstler Klaus Olbert ein Buch des jüdischen Historikers Shaul Esh übermalt. Große Teile des Buches beschäftigen sich mit der Shoa, mit dem Denken, Reden und Handeln der Nazis.

Mit seinen Übermalungen versucht Klaus Olbert, sich der Shoa künstlerisch anzunähern. Seine Übermalungen fordern dazu heraus, sich mit der Shoa zu beschäftigen. In der Ausstellung ist das übermalte Buch im Original zu sehen. Die übermalten Doppelseiten werden mit fünf Beamern an die Wände des Jüdischen Betsaals projiziert.

In einem Filmgespräch mit Dr. Sascha Falk, Barbara Staudacher und Heinz Högerle werden Aspekte des Kunstprojekts mit Klaus Olbert erörtert. In einem weiteren Film beschreibt der Künstler den Entstehungsprozess des Kunstwerkes, der noch weitergeführt wird.

Beide Filme sind im Internet bei youtube.com unter dem filename: im dunklen grund zu finden.

Zu Shaul Esh
Er wurde 1921 in einer streng religiösen Familie in Hamborn am Rhein geboren. Viele seiner männlichen Vorfahren waren Rabbiner, darunter der berühmt Isaac Dov Bamberger, der im 19 Jahrhundert 38 Jahre in Würzburg als Rabbiner wirkte. Shaul Esh floh 1939 als 18jähriger ins Britische Mandatsgebiet Palästina. Nach einer pädagogischen Ausbildung leitete er ein religiöses Dorf für eingewanderte Jugendliche. 1944 begann er ein Geschichtsstudium in Jerusalem, promovierte 1955 und wurde schließlich 1959 Leiter des neu gegründeten Instituts für Zeitgenössisches Judentum an der Hebräischen Universität in Jerusalem. Sein Hauptforschungsgebiet war das europäische Judentum unter der Herrschaft des Nationalsozialismus. 1968 kam er, erst 47 Jahre alt, bei einem Verkehrsunfall ums Leben.

Eintritt: frei
Adresse: Fürstabt-Gerbert-Str. 2
Weitere Informationen: Zur Zeit ist die Ausstellung wegen der Corona-Pandemie geschlossen