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Die Ausstellung ist Ergebnis eines großen Forschungsprojekts, das Ende 2019 abgeschlossen werden konnte.

Am Anfang stand eine Ausstellung des Rexinger Synagogenvereins, in der Akten aus dem Horber Finanzamt gezeigt wurden. Sie belegten die letzte Ausraubung der jüdischen Familien, die 1941/1942 in die Vernichtungslager deportiert wurden.

Es entstand das Bedürfnis, den Prozess der beruflichen und wirtschaftlichen Vernichtung der Juden in der Zeit des Nationalsozialismus für ganz Württemberg und Hohenzollern grundlegend zu erforschen und in Buchform und in einer Ausstellung zu dokumentieren. Mit Unterstützung des Landesarchivs Baden-Württemberg konnte der Gedenkstättenverbund Gäu-Neckar-Alb das Projekt 2013 starten, an dem sich schließlich 29 Forscherinnen und Forscher beteiligten.

Sie erarbeiteten z.B. die Geschichte von Textilbetrieben in Hechingen und Göppingen, die unter Zwang verkauft werden mussten. Die erzwungene Aufgabe der jüdischen Verleger der Schwarzwälder Bürger-Zeitung in Rottweil oder der Zwangsverkauf der Schramberger Majolikafabrik werden ebenso wie die Schicksale jüdischer Viehhändler, Metzger, Ärzte, Rechtsanwälte und Textilhändler beschrieben.
Die Aktivitäten der führenden NS-Täter im Oberfinanzpräsidium, in der NS-Devisenstelle und in der Gauleitung in Stuttgart erforschte der Historiker Martin Ulmer. Er konnte ein Netzwerk der Korruption und Selbstbereicherung rekonstruieren. Abgeschlossen wurde das Projekt mit Aufsätzen über die ernüchternde Restitution von Raubgut an jüdische Familien nach 1945.

Nach sechs Jahren meist ehrenamtlicher Forschungsarbeit liegen jetzt ein Grundlagenwerk in 42 Aufsätzen und eine große Ausstellung vor – ein Landesprojekt gegen das Vergessen, mit lokalem und regionalem Bezug.