Alle Rubriken - Ehemalige Synagoge Rexingen

Art: Ausstellung
Datum: Zurzeit wegen Corona geschlossen
Zeit: Zurzeit wegen Corona geschlossen
Ort: Museum Jüdischer Betsaal Horb

In einem jahrelangen Prozess hat der Sindelfinger Künstler Klaus Olbert ein Buch des jüdischen Historikers Shaul Esh übermalt. Große Teile des Buches beschäftigen sich mit der Shoa, mit dem Denken, Reden und Handeln der Nazis.

Mit seinen Übermalungen versucht Klaus Olbert, sich der Shoa künstlerisch anzunähern. Seine Übermalungen fordern dazu heraus, sich mit der Shoa zu beschäftigen. In der Ausstellung ist das übermalte Buch im Original zu sehen. Die übermalten Doppelseiten werden mit fünf Beamern an die Wände des Jüdischen Betsaals projiziert.

In einem Filmgespräch mit Dr. Sascha Falk, Barbara Staudacher und Heinz Högerle werden Aspekte des Kunstprojekts mit Klaus Olbert erörtert. In einem weiteren Film beschreibt der Künstler den Entstehungsprozess des Kunstwerkes, der noch weitergeführt wird.

Beide Filme sind im Internet bei youtube.com unter dem filename: im dunklen grund zu finden.

Zu Shaul Esh
Er wurde 1921 in einer streng religiösen Familie in Hamborn am Rhein geboren. Viele seiner männlichen Vorfahren waren Rabbiner, darunter der berühmt Isaac Dov Bamberger, der im 19 Jahrhundert 38 Jahre in Würzburg als Rabbiner wirkte. Shaul Esh floh 1939 als 18jähriger ins Britische Mandatsgebiet Palästina. Nach einer pädagogischen Ausbildung leitete er ein religiöses Dorf für eingewanderte Jugendliche. 1944 begann er ein Geschichtsstudium in Jerusalem, promovierte 1955 und wurde schließlich 1959 Leiter des neu gegründeten Instituts für Zeitgenössisches Judentum an der Hebräischen Universität in Jerusalem. Sein Hauptforschungsgebiet war das europäische Judentum unter der Herrschaft des Nationalsozialismus. 1968 kam er, erst 47 Jahre alt, bei einem Verkehrsunfall ums Leben.

Art: Ausstellung
Datum: 6. Juli bis 11. Oktober 2020
Zeit: Sa. und So., 14–17 Uhr
Ort: Museum Jüdischer Betsaal Horb

Die Ausstellung ist Ergebnis eines großen Forschungsprojekts, das Ende 2019 abgeschlossen werden konnte.

Am Anfang stand eine Ausstellung des Rexinger Synagogenvereins, in der Akten aus dem Horber Finanzamt gezeigt wurden. Sie belegten die letzte Ausraubung der jüdischen Familien, die 1941/1942 in die Vernichtungslager deportiert wurden.

Es entstand das Bedürfnis, den Prozess der beruflichen und wirtschaftlichen Vernichtung der Juden in der Zeit des Nationalsozialismus für ganz Württemberg und Hohenzollern grundlegend zu erforschen und in Buchform und in einer Ausstellung zu dokumentieren. Mit Unterstützung des Landesarchivs Baden-Württemberg konnte der Gedenkstättenverbund Gäu-Neckar-Alb das Projekt 2013 starten, an dem sich schließlich 29 Forscherinnen und Forscher beteiligten.

Sie erarbeiteten z.B. die Geschichte von Textilbetrieben in Hechingen und Göppingen, die unter Zwang verkauft werden mussten. Die erzwungene Aufgabe der jüdischen Verleger der Schwarzwälder Bürger-Zeitung in Rottweil oder der Zwangsverkauf der Schramberger Majolikafabrik werden ebenso wie die Schicksale jüdischer Viehhändler, Metzger, Ärzte, Rechtsanwälte und Textilhändler beschrieben.
Die Aktivitäten der führenden NS-Täter im Oberfinanzpräsidium, in der NS-Devisenstelle und in der Gauleitung in Stuttgart erforschte der Historiker Martin Ulmer. Er konnte ein Netzwerk der Korruption und Selbstbereicherung rekonstruieren. Abgeschlossen wurde das Projekt mit Aufsätzen über die ernüchternde Restitution von Raubgut an jüdische Familien nach 1945.

Nach sechs Jahren meist ehrenamtlicher Forschungsarbeit liegen jetzt ein Grundlagenwerk in 42 Aufsätzen und eine große Ausstellung vor – ein Landesprojekt gegen das Vergessen, mit lokalem und regionalem Bezug.

Art: Führung
Datum: So., 26. Juli 2020
Zeit: 14 Uhr
Ort: Treffpunkt: Ehemalige Synagoge Rexingen

Warum nannte man Rexingen früher Siggesmauchem?
Was hat es mit dem „schiefen Haussegen“ auf sich?
Wie unterschied sich der Lehrplan für die jüdischen Kinder von dem für die katholischen Kinder im gemeinsamen Schulhaus? 
Was hat das Dorf Shavei Zion im Norden von Israel mit Rexingen zu tun?
Wann war die letzte Beerdigung auf dem jüdischen Friedhof?
Was geschah mit den Häusern und dem persönlichen Eigentum der Deportierten?
Diese und viele andere Fragen werden bei der Führung auf dem jüdischen Themenweg erörtert.

Rexingen, heute ein Teilort von Horb am Neckar, hat neben den Kulturdenkmälern Ehemalige Synagoge und Jüdischer Friedhof seinen Besuchern noch andere geschichtsträchtige Häuser bzw. Plätze zu bieten. Die meisten jüdischen Familien lebten im so genannten „Unterdorf“ in der Freudenstädter Straße, der Bergstraße, der Lichtenbergstraße und in der Kirchstraße. Also in der Nähe der Synagoge, der katholischen Kirche und der Volksschule. Dort waren auch die Geschäfte: Kolonialwarenhandlungen, koschere Metzgereien und Gasthäuser. Ein Gang durchs Dorf, ausgehend von der Ehemaligen Synagoge. vorbei an verschiedenen ausgewählten Stationen und anschließend hinauf in den Laubwald zum jüdischen Friedhof vermittelt einen lebendigen Eindruck vom früheren Dorfleben mit seiner katholisch-jüdischen Nachbarschaft. Etliche Stolpersteine entlang des Weges erinnern an die Zeit der Ausgrenzung, Verfolgung und Vernichtung der jüdischen Gemeinde.  

Termin:
Sonntag, 26. Juli, 14.00 Uhr
Treffpunkt: Ehemalige Synagoge, Freudenstädter Straße 14, Horb-Rexingen
Dauer: ca. 2-3 Stunden Guide: Barbara Staudacher
Die Führung ist kostenlos. 

Bitte beachten Sie die beschränkte TeilnehmerInnenzahl von 15 Personen.
Anmeldung erforderlich unter 07451/620689. Weitere Informationen unter rexinger-themenwege im Internet.

Art: Ausstellung
Datum: noch bis 7. Juni 2020
Zeit: Sa. und So. von 14 bis 17 Uhr
Ort: Museum Jüdischer Betsaal Horb

Am 8. November 1939 verübte der Schreiner Georg Elser im Münchener Bürgerbräukeller ein Attentat auf Adolf Hitler.
Er wusste, dass Hitler an diesem Tag, dem Jahrestag des Hitlerputsches von 1923, dort sprechen würde. Er verschaffte sich Zugang zum Veranstaltungsraum und installierte dort in nächtelanger Arbeit einen Sprengkörper mit Zeitzünder. Da Hitler kurze Zeit vor der Explosion unerwarteterweise den Saal verließ, entging er dem Anschlag.
Georg Elser wurde noch am selben Abend in Konstanz festgenommen. Nach langen Verhören gestand er das Attentat. Er wurde fünf Jahre in völliger Isolation im KZ Sachsenhausen festgehalten und am 9. April 1945, wenige Wochen vor Kriegsende, im KZ Dachau erschossen. Nach 1945 verstellten Legenden und Lügen den Blick auf Georg Elser. Erst mit der Veröffentlichung der Gestapo-Verhörprotokolle 1970 begann sich sein Bild zu wandeln.

Die Ausstellung "Ich habe den Krieg verhindern wollen – Georg Elser und das Attentat vom 8. November 1939" wurde von der Gedenkstätte Deutscher Widerstand in Berlin und der Landeszentrale für politische Bildung Baden Württemberg erstellt und wandert seit einigen Jahren durch ganz Deutschland.

Eröffnung
Sonntag, 26. Januar, 16.00 Uhr,

anlässlich des Internationalen Holocaust-Gedenktages.
Josef Seibold von der Georg-Elser-Gedenkstätte in Königsbronn führt in die Ausstellung ein.

Veranstalter
Träger- und Förderverein Ehemalige Synagoge Rexingen
Kreisvolkshochschule Freudenstadt

Art: Studienabend
Datum: 11. Dezember 2019
Zeit: 19.00 bis 22.00 Uhr
Ort: Museum Jüdischer Betsaal

Mit seinem Werk „Die Kunst des Betens“ gibt Gabriel Strenger dem deutschsprachigen Lesepublikum einen Einblick in das Beten traditioneller Juden.

Das Buch ist ein spiritueller Leitfaden zum Gebet und schöpft aus der Breite und Tiefe des Quellenschatzes im rabbinischen Judentum – Bibel, Talmud, Kabbala und Chassidismus. Es geht sowohl auf die Gebetsstrukturen als auch auf die Feinheiten der hebräischen Sprache ein.
Am Studienabend wird Gabriel Strenger den Teilnehmer*innen die Theorie und Praxis des jüdischen Betens vermitteln.

Programm mit Vortrag und Gesang
Jüdisches Beten als spirituelle Praxis:
1. Gebet und Meditation
2. Struktur der jüdischen Liturgie
3. Ziele des Gebets:
a. Welt- und Selbst-Heilung
b. Gottesnähe
c. Integration, Ganzwerdung

Teilnahme/Anmeldung
Die Teilnahme an dem Studienabend ist kostenlos.
Um den Abend besser planen zu können, bitten wir um Ihre Anmeldung unter:
Tel. 0 74 51 / 62 06 89